Projektabschluss "SDGs mitten im Leben"

Viele Menschen möchten sich für eine gerechtere Welt einsetzen – doch die wenigsten werden tatsächlich aktiv. Mit dieser Lücke zwischen den eigenen Einstellungen und dem eigenen Verhalten, der sog. intention-behavior gap, haben wir uns bei finep in den vergangenen zwei Jahren auseinandergesetzt: Wie können wir andere Menschen bestmöglich beim Schritt ins Nachhaltigkeitsengagement unterstützen?

SDG intention behavior gap illustration

Daraus ist der mehrmonatige Kurs Challenge Accepted hervorgegangen. Er wurde 2022 und 2023 in Stuttgart und Heidelberg angeboten. Insgesamt 43 Personen, von der Abiturientin bis zum Rentner, haben sich im Rahmen dessen ein konkretes Ziel, die „Challenge“, gesetzt, die sie mithilfe von auf sie persönlich abgestimmten Strategien aus den Bereichen Motivationscoaching und Psychologie sowie individueller Beratung realisierten. Am Projektende konnten diverse erfolgreiche Lebensstiländerungen und Projekte präsentiert werden – etwa die Etablierung der Gewohnheit, kaputte Dinge zu reparieren und so den eigenen Konsum zu reduzieren, oder die Umsetzung eines Brunnenfests zum Thema Trinkwasser und virtuelles Wasser.

Die intention-behavior gap ist ein Problem, das in der umwelt- und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sehr verbreitet ist und bei unterschiedlichen Menschen ebenso ganz unterschiedlich geartet sein: „Vielleicht morgen“, „Dafür habe ich keine Zeit“, „Ist mir zu anstrengend“ oder „Bewirkt ja eh nichts“ – es gibt viele Gründe, trotz hoher Motivation und guter Ideen nicht nachhaltig ins Handeln zu kommen. Immer wieder beschäftigen sich deshalb Multiplikator*innen mit der Frage, wie bei informierten und motivierten Teilnehmenden von Veranstaltungen eine tatsächliche Verhaltensänderung hervorgebracht werden kann. Das Ziel des Projekts „SDGs mitten im Leben“ war es, einen Kurs zu konzeptionieren, der in der Lage ist, eine Brücke zwischen Intention und Verhalten zu bauen. Dabei stehen der reflektive Austausch zwischen den Teilnehmenden und das Gefühl des gemeinsamen Sich-auf-den-Weg-Machens im Fokus. Durch die schrittweise Näherung an eine sehr konkrete Challenge, die sich die Teilnehmenden im Rahmen des Kurses selbst setzen und während einer festgelegten, mehrmonatigen Realisierungsphase realisieren, wird überdies das Commitment (die Zielbindung) und die kollektive Selbstwirksamkeit (im Sinne von „Wir schaffen das!“) gesteigert. Abgerundet wird das Kurskonzept mit einer individuellen Begleitung der Teilnehmenden, dem Coaching, und der Unterstützung mit einem persönlich zusammengestellten Methodenkoffer, mit dem die eigenen Hürden auf dem Weg ins Engagement überwunden werden. 

Der Kurs Challenge Accepted besteht aus acht Modulen: thematische Einführung – Themenworkshops zu Ernährungssicherheit, kritischem Konsum und postkolonialen Machtstrukturen – Reflexion – Ideenschmiede – Zielformulierung – Engag-o-gramm und Auswahl der Tools – Realisierung der Challenge – Abschlussfeier und Evaluation. Alle Module sind in der Ende Dezember 2023 erscheinenden Broschüre zum Projekt detailliert beschrieben und lassen sich im Sinne eines Baukastensystems flexibel nutzen. Außerdem veröffentlichen wir in der Broschüre die Methodensammlung, aus der passende Methoden herausgepickt in die eigene Arbeit eingeflochten werden können. Auf Wunsch können Sie ein kostenloses Printexemplar bestellen (begrenzte Auflage). Wenden Sie sich dazu bitte unter Angabe Ihrer Adresse an Sofie Barth: anmeldung @ finep.org

Die Broschüre zum Sprung ins Engagement

Die Broschüre steht zum kostenlosen Download zur Verfügung. Diese ist zweigeteilt:

Hier geht es zur Broschüre für Engagierte und Engagement-Interessierte: Den Sprung ins Engagement wagen 

Hier geht es zur Broschüre für Akteur*innen der Nachhaltigkeitsbildung (Multiplikator*innen): Andere Menschen beim Sprung ins Engagement unterstützen 

Achtung: Beide Broschürenparts enthalten Verweise auf den jeweils anderen Part. Es empfiehlt sich darum, beide Parts zu öffnen.

Ein anonymes Feedback nehmen wir gern hier entgegen.


Das Projekt „SDGs mitten im Leben“ wird gefördert von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und aus Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdiensts von Brot für die Welt.


Workshop 1

Aktion Trinkwasserfest

   

Aktion Flohmarktstand

Workshop

Workshop 4

Workshop

Workshop 2

Beispiel einer Aktion: Stadtplan

Aktion Stadtplan