Nachhaltigkeit feiern: Kreatives Bildungsmaterial für den Einsatz auf Stadtfesten entstanden

Im Rahmen des Projekts „Nachhaltigkeit feiern“ sind interaktive Lernmaterialien für den Einsatz auf Stadt- und Dorffesten entstanden. Sie machen Besucher*innen auf verschiedene Themen globaler Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit aufmerksam und fügen sich gleichzeitig elegant ins Festgeschehen ein. Interessierte sind eingeladen, den Ansatz zu kopieren – auf Anfrage werden Druckvorlagen für die Materialien kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ballot Bin

Besucher*innen von Stadt- und Dorffesten bringen viel Zeit und Energie mit, um sich mit neuen Themen zu beschäftigen und sich darüber auszutauschen. Gleichzeitig sind viele Themenbereiche globaler Gerechtigkeit, wie die 17 Ziele der Agenda 2030, in der allgemeinen Bevölkerung immer noch recht unbekannt. Dies sind optimale Bedingungen für den Ansatz des „Casual Learning“ (dt.: Lernen im Vorbeigehen): Dabei wird zu einer selbstgeleiteten Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Themen eingeladen, indem Bildungsbotschaften in Alltagssituationen integriert werden. Im Rahmen des Projekts „Nachhaltigkeit feiern“ kamen auf dem Esslinger Bürgerfest beispielsweise Servietten zum Einsatz, die die Geschichte einer Erdnuss auf Reisen erzählten, oder Tischsets, die zum Mitraten und Origami-Falten einluden. Aufgrund seiner Niedrigschwelligkeit erfreute sich außerdem ein Abstimmungsmülleimer (ein sog. „Ballot Bin“) besonderer Beliebtheit: Dabei wurden Passant*innen durch eine lustige Frage angelockt und angeregt, mit ihrem Müll ihre Stimme abzugeben (siehe Foto). Die entwicklungspolitische Botschaft zum Thema Lebensmittelverschwendung erwartete sie dann auf dem Mülleimerdeckel. Um auch für Feste mit kleinerem Budget interessant zu sein, wurde bei der Entwicklung des Materials Wert auf eine preisgünstige Produktion gelegt. Druckvorlagen können per Mail an info_at_finep.org angefragt werden.

Übersicht über finep-Bildungsmaterialien, die auf Stadt- und Dorffesten eingesetzt werden können

Je nach Materialtyp werden entweder die Druckvorlagen weitergegeben oder die Tools verliehen.

Alltags- und Verbrauchmaterialien

  • Der Ballot Bin ist ein Abstimmungsmülleimer, der Passant*innen durch eine lustige Frage anlockt und anregt, mit ihrem Müll ihre Stimme abzugeben (Beispielfrage: „Was schmeckt besser? Spätzle oder Maultaschen?“). Die entwicklungspolitische Botschaft zum Thema Lebensmittelverschwendung befindet sich auf dem Mülleimerdeckel.
  • Die SDG-Tischsets laden mit einem integrierten Rätsel dazu ein, sich vor, während oder nach dem Essen mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zu beschäftigen. Auf drei Tischsets verteilt, finden sich alle 17 SDGs wieder; zu jedem Ziel wird eine konkrete Handlungsanregung für den Alltag präsentiert.
  • Die Tischsets zum Falten thematisieren Lebensmittelverschwendung und sind in zwei Versionen verfügbar. Beim Origami-Tischset werden die Konsument*innen aufgefordert, vier Rätselfragen zu beantworten und anschließend einen Origami-Fuchs aus dem Tischset zu falten. Ist dieser richtig gefaltet, ergeben sich auch die richtigen Lösungen für die Rätselfragen. Beim einfacheren Falt-Tischset müssen die Ecken im richtigen Winkel eingeknickt werden, um Antworten auf fünf Rätselfragen zu erhalten. Auf der Rückseite werden außerdem die SDGs vorgestellt.
  • Die Storytelling-Servietten sind ganz gewöhnliche Servietten – zumindest fast. Denn sie können zwar zum Mundabwischen verwendet werden. Sie erzählen darüber hinaus aber auch eine Geschichte, die vermittelt: Lebensmittelverschwendung hat Folgen. Auf der Rückseite finden sich ein Quiz und Tipps, wie jede*r im Alltag gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden kann.
  • Die Servietten mit Fair-Handels-Labyrinth thematisieren auf den Fairen Handel und integrieren ein kleines Rätsel, das insbesondere eine jüngere Zielgruppe anspricht.
  • Die Papphocker gibt es in zwei verschiedenen Ausgestaltungen, sodass je zwei Hocker so zusammengestellt werden können, dass sich ein passendes Bild ergibt. Beispielsweise passt die Nahaufnahme einer Kaffeebohne auf einem Hocker zum Infotext zu fair gehandeltem Kaffee auf einem anderen Hocker. Weitere Themenbereiche sind Fußballproduktion und regionale Lebensmittel.
  • Das Bierdeckel-Rate-Spiel besteht aus sechs verschiedenen Bierdeckeln, bei denen jeweils zwei Bierdeckel zusammen ein gemeinsames Bild ergeben und Infos zu regional und fair gehandelten Produkten vermitteln.

Spiele

  • Das SDGino ist eine Variante des Kartenspiels UNO, das bei Klein und Groß gleichsam beliebt ist. Spiel und Spaß wird mit Informationen zu den SDGs verknüpft – inklusive konkreter Handlungsanregungen.
  • Das SDG-Bewegungsspiel ist eine Variante des beliebten Spiels Twister. Auch hier wird (Bewegungs-)Spaß verbunden mit Informationen zu den 17 SDGs. Neben der Spiel-Ebene in der Spielfeldmitte gibt es noch eine weitere Lese-Ebene für Zuschauer*innen am Spielfeldrad: Dort wird für jedes Ziel eine konkrete Handlungsanregung für den Alltag vorgeschlagen.
  • Das Energiespiel ist geeignet für Menschen ab dem Lesealter. Es vermittelt auf spielerische Art und Weise, wie sich zu Hause ganz einfach Energie sparen lässt, zum Beispiel mit dem Wäscheständer statt dem Trockner oder durch Kochen mit dem Deckel auf dem Topf. Dabei gilt: Was Punkte im Spiel bringt, bringt auch Punkte fürs Klima. Das Spiel besteht aus einem Spielteppich und einem Würfelrad.
  • Die Nachhaltigkeits-Glücksräder gibt es in drei Varianten. Bei allen dreien muss nach dem Drehen noch eine Aufgabe gelöst werden, bevor ein Gewinn ausgegeben wird: Das erste Glücksrad zeigt Bilderrätsel und greift das Thema Ressourcenverbrauch auf; das zweite Rad zeigt Wortsalate auf den Feldern und thematisiert Spiel und Sport; das dritte Glücksrad stellt eine Zuordnungsaufgabe zur Veranschaulichung der Reise unserer Lebensmittel.
  • Das XXL-Vier-Gewinnt ist eine riesige Version des Spiels Vier Gewinnt, das mit entsprechend bedruckten Spielchips und einem Slogan auf dem Spielgestell für den Kauf von Produkten aus fairer und regionaler Produktion wirbt.
  • Der XXL-Stapelturm ist eine riesige Version des Spiels Jenga, bei dem sich Infos zu fairem Handel in Form von kurzen „Wusstest du, dass …?“-Fragen auf den Holzblöcken befinden.

Weitere Tools & Toolkombinationen

  • Die Toolbox zum Thema Wasser besteht aus mehreren Elementen und kann nach Bedarf frei zusammengestellt werden: Ein Glücksrad, Wassergeschichten als Podcast, eine Bodenzeitung, Wassersteine und ein Verkaufsregal veranschaulichen, was unser Wasserverbrauch mit den Ländern des Globalen Südens zu tun hat und wie sich die Klimakrise auf den Zugang zu Wasser auswirkt.
  • Die SDG-Postkartenvorhänge laden Besucher*innen dazu ein, die SDGs kennenzulernen und sich konkret zu überlegen, wie Nachhaltigkeit in den eigenen Alltag integriert werden kann.
  • Der Barfußpfad zur textilen Kette besteht aus sechs verschieden gefüllten Holzkisten, die barfuß betreten werden. So kann der Verlauf der textilen Kette erspürt werden. A4-Infoaufsteller mit kindgerechten Hintergrundinfos zu jeder Kiste runden den Pfad ab.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Jens Warwel (per Mail an jens.warwel @ finep.org oder telefonisch unter der Nummer +49-711/ 93 27 68 – 00).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Das Projekt „Nachhaltigkeit feiern“ wird gefördert aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).